Kleine Foyer-Ausstellung vom 13. bis 29. Juni 2018 - verlängert bis 13. Juli 2018

 

Selbstmord in Büchern

Eine kleine Foyer-Ausstellung zeigt die Sammelvielfalt der Bibliothek

Begleitend zum Vortrag am 14.06.2018 von Dr. Gerhard Hölzle (München) über NS-bedingte Selbstmorde zeigt die Staats- und Stadtbibliothek Augsburg aus den Beständen ihrer Selbstmord-Sammlung für zwei Wochen eine kleine Ausstellung im Foyer, vom 13. bis 29. Juni 2018, verlängert bis 13. Juli 2018.

Grundstock für einen außergewöhnlichen Sammelschwerpunkt der Staats- und Stadtbibliothek Augsburg neben der Literatur aus und über Augsburg und Bayerisch Schwaben war der Erwerb der Selbstmord-Bibliothek des Augsburger Journalisten Dr. Hans Rost (1877–1970). Er gab sie 1928 – sie war 1929 mit 658 Schriften in 500 Bänden ab dem Jahr 1609 katalogisiert, an die Stadt Augsburg und wollte so seine Forschungen zu diesem Thema gesichert sehen und sie als Hilfsmittel für Spezialforschungen anderen Wissenschaftlern an die Hand geben. Wichtiges Instrument ist eine von Rost erstellte Selbstmordbibliographie, 1927 mit fast 4.000 Einträgen im Literarischen Institut von Haas & Grabherr erschienen.

Einen Großteil der Werke, darunter viele Zeitungs- und Zeitschriftenartikel, besaß der Journalist selbst. Zwei Drittel sind deutschsprachig, die anderen englisch, französisch, osteuropäisch. Die Rost’sche Sammlung wird bis heute in der Staats- und Stadtbibliothek Augsburg gesondert aufgestellt und als Schwerpunktthema immer noch erweitert und aktualisiert. Sie zählt jetzt über 3.000 Titel und gilt als beste Sammlung über den Suizid in Deutschland.

Die Ausstellung ist zugänglich zu den Öffnungszeiten der Bibliothek.